Ostbad Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, wir sind über die Entscheidung von Verwaltung und Gemeinderat, die Pläne für den Bau eines Fahrradhotels auf dem Gelände des Ostbades fallen zu lassen, sehr erleichtert gewesen und danken ausdrücklich dafür. Der Bürgersinn sieht es als seine Aufgabe an, an der Lösung des Problems konstruktiv mitzuarbeiten. Deshalb wollen wir in diesem Schreiben Die Ausgangsituation aufzeigen Den möglichen Sanierungsumfang beschreiben Alternativen für den Betrieb auflisten   Ausgangssituation Das Ostbad ist bis heute ein klassisches Bodensee-Strandbad mit einer 85jährigen Tradition. Besucher sind Feriengäste (auch aus der Jugendherberge), Einzelpersonen, Familien, Kinder und Schüler. Hinzu kommen seit einigen Jahren Beachball- Sportgruppen und Surfer. In den Jahreszeiten, wo das Bad geschlossen ist, finden hier viele Spaziergänger Erholung. Das Ostbad ist zusammen mit dem Westbad und der Kurpromenade der attraktivste Seeuferbereich von Überlingen. Die Stadt „lebt vom See“, ihr größter Trumpf im Konkurrieren mit anderen Bodenseestädten ist der auf mehrere Kilometer frei zugängliche idyllische Bodensee. Nach dem Ausscheiden von Bademeister Lorenz, unter dessen Regie das Bad erfolgreich lief, versuchte die Stadt unter dem Druck finanzieller Engpässe den Aufwand durch eine Vergabe an private Betreiber zu reduzieren. Dieser Versuch scheiterte vor allem deshalb, weil die betreuten Personen der Aufgabe nicht (voll)gewachsen waren. Es gibt aber eine Reihe von Beispielen, wo dies besser gelang wie z.B. in Nussdorf. Umfang der Sanierung Die Stadt steht nun vor der Aufgabe die Sanierung der Umkleiden und der Toiletten sowie den Bau eines angemessenen Restaurants zu betreiben. Dies sollte u.E. eine einfache Lösung sein. Entweder ein Herrichten der bestehenden Gebäudesubstanz oder ein Neubau im Stile der bisherigen Bebauung. So wünschen es auch viele Überlinger Bürger. Auf der unteren Ebene des Gebäudetraktes könnte ein Restaurant angebaut werden, ausgelegt als reines Standortlokal, so wie dies auch anderwärts üblich ist. Denkbar wäre auch ein Neubau analog der früheren Mole, ebenfalls auf deren altem Platz. Mögliche Alternativen (ab 2008) Übertragung der Betreibung des Bades an die Sport- und Freizeitanlagen GmbH in Zusammenarbeit mit der Bodenseetherme, die in den Sommermonaten nicht so stark belegt ist. Zusätzlich ist zu überlegen, ob diese als weiterhin selbständige GmbH in die Stadtwerke integriert werden kann. Hier sind mit großer Wahrscheinlichkeit Synergien und steuerliche Vorteile möglich, jedenfalls hat diese Lösung in Konstanz erhebliche Einsparungen gebracht. Das Betreiben der Strandbäder gehört nach unserem Verständnis für eine Stadt, die sich so stark auf den Fremdenverkehr fokussiert wie Überlingen, zu den Kerngeschäften, die in eigener Regie gehalten werden sollten. In diesem Fall müsste die Stadt/bzw. die GmbH für die Instandsetzung aufkommen. Es sollte versucht werden hierfür Zuschüsse aus der Tourismusförderung des Landes und aus dem Ausgleichstock zu erhalten, wie dies auch Hagnau gelungen ist. Möglicherweise gibt es hierfür auch noch andere Quellen, die den Erhalt dieses Traditionsbades unterstützen. Eine Zusammenarbeit mit der DLRG erscheint sinnvoll. Diese hat in früheren Jahren durch Schwimmunterricht, Abgabe von Leistungsabzeichen, Ausbildung von Rettungsschwimmern, Seeüberquerungen sehr zur Belebung des Bades beigetragen. Suche nach einem Pächter (Investor), der zumindest ein Teil der Maßnahmen selbst finanziert. Die Laufzeit könnte dann je nach finanziellem Engagement langfristig sein, höchstens jedoch 15 Jahre. Danach kann der Vertrag verlängert werden oder die Stadt muss den Restwert übernehmen. Keinesfalls jedoch eine Erbpacht. Eine solche Lösung muss unbedingt bundesweit ausgeschrieben werden. Die Bedingungen sind vorher klar zu präzisieren und jeder der ein Gebot abgibt hat sich hieran zuhalten. Einrichtung eines offenen Freibades. Das Gelände kann von jedem Besucher unentgeltlich benutzt werden. Allerdings muss aus Haftungsgründen ein Schwimmmeister eingesetzt werden. Für das Restaurant wäre ein Investor zu suchen, der auch für das Reinigen der Toiletten und des Geländes verantwortlich ist. Konstanz z.B. hat mit seinen Freibädern (Hörnle, Litzelstetten, Dingelsdorf, Wallhausen) gute Erfahrungen gemacht und stellt dies in der Touristenwerbung besonders heraus. Eine sehr preisgünstige Lösung praktiziert die Gemeinde Uhldingen- Mühlhofen seit über 20 Jahren zur allgemeinen Zufriedenheit. Es ist als Naturstrandbad ausgelegt und bedarf keiner Überwachung. Die Bewirtschaftung übernehmen Kiosk und Restaurants in der nahen Umgebung. Allerdings ist diese Lösung aufgrund der abgelegenen Lage und der fehlenden sozialen Kontrolle des Ostbades kritisch zu sehen. Auch ergibt sich hier das Problem der Gleichbehandlung der übrigen Strandbäder.   Wir hoffen, hiermit einige Impulse für die Lösung des Problems gegeben zu haben und bitten insbesondere die Lösung 1 auf ihre Realisierung hin zu prüfen. Mit freundlichen Grüßen Bürgersinn e.V. Henning v. Jagow        Joachim Betten
Startseite Startseite Aktuell Aktuell Wer sind wir Wer sind wir Projekte Projekte Aktionen Aktionen Gräben Gräben Galerie Galerie Archiv Archiv
Bürgersinn e.V.  Überlingen
An bedeutenden Fragen für die Zukunft Überlingens mitzuwirken, ist wichtiger denn je